Schweregrad-3-Versuche
5. Zuteilung eines Schweregrads
Die Zuteilung eines Schweregrads erfolgt immer vor Versuchsbeginn (prospektive Einteilung). Dabei müssen Forschende die höchstmögliche Belastung, die während eines Experimentes. eintreffen könnte, angeben. Entscheidend für die tatsächliche Belastung der Tiere ist jedoch nicht die prospektive Einteilung, sondern wie die Tiere auf ein Verfahren reagieren. Nach dem Versuch werden die Studien deshalb evaluiert und jedem Tier wird der Schweregrad zugewiesen, den es im Experiment tatsächlich erfahren hat (retrospektive Einteilung).
Stirbt ein Tier während eines Versuchs, gilt der Versuch automatisch als Schweregrad 3. Das gilt auch, wenn ein Tier in einem Versuch mit Schweregrad 0 eines natürlichen Todes stirbt. Da diese Möglichkeit immer besteht, käme ein Verbot von Schweregrad-3-Versuchen einem Verbot aller Tierversuche und damit einem faktischen Forschungsverbot gleich.