Impfstoff- und Testentwicklung für SARS-CoV-2
5. Offenheit und Flexibilität der Behörden
Neben diversen Kooperationsformen halfen auch beschleunigte und vereinfachte Verfahren in der klinischen Phase, die Effektivität und Sicherheit der Vakzine schneller zu prüfen. Die Behörden haben dank der Offenheit für beschleunigte Prozesse dazu beigetragen, dass ein erster Impfstoff in Rekordzeit zugelassen wurde. Trotz der hohen Dringlichkeit hatte und hat Sicherheit (und Wirksamkeit) immer oberste Priorität. Doch konnten die Hersteller verschiedene Entwicklungsprozesse parallel laufen lassen. So wurden beispielsweise unterschiedliche Phasen der klinischen Studien kombiniert. Auch rekrutierten Pharmaunternehmen zeitgleich Probandinnen und Probanden für unterschiedliche Phasen der klinischen Studien. Bei einem ausbleibenden Forschungserfolg wären die teuren aufgegleisten späteren klinischen Phasen überflüssig geworden. Auch der Austausch mit den Behörden wurde intensiviert und das Zulassungsverfahren von Swissmedic beschleunigt. Im Normalfall werden die Ergebnisse der klinischen Phasen I–III gesammelt und im Rahmen eines Zulassungsverfahrens geprüft. Für die Zulassung der Impfstoffe gegen das Coronavirus wurden jedoch in einem laufenden Verfahren jeweils einzelne Studien bei Swissmedic eingereicht und geprüft. Damit konnten Verzögerungen bei der Zulassung vermieden werden, ohne Abstriche bei der Sicherheit zu machen.
Die 30-jährige Erfahrung im Umgang mit der mRNA-Technologie, die nie dagewesene internationale Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Pharmaunternehmen und biotechnologischen Start-ups sowie die regulatorische Beschleunigung der verschiedenen Behörden haben eine Impfstoffentwicklung in Rekordzeit ermöglicht. Die Pandemie hat aber auch vor Augen geführt: Ohne den verantwortungsvollen Einsatz von Tieren, wäre das nicht möglich gewesen.