Notwendige Tierversuche und die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen
6. Ergebnisse sind übertragbar
Für die Übertragbarkeit der Ergebnisse eines Experiments am Tier ist die Wahl des geeigneten Tiermodells entscheidend. Das heisst, das Tier muss dem Menschen hinsichtlich der untersuchten biologischen Funktionen und genetisch möglichst ähnlich sein. Das ist bei Zebrafischen, Fruchtfliegen und Nagetieren der Fall – besonders stark bei Mäusen.
Entwicklung, Physiologie und Genom von Maus und Mensch sind sehr ähnlich. Mäuse gleichen dem Menschen genetisch und physiologisch mit ca. 95 Prozent Übereinstimmung. Deswegen werden Mäuse in der präklinischen Forschung mit Tieren auch am häufigsten eingesetzt. Mausmodelle liefern Aufschluss über Gesundheit und Krankheit beim Menschen.
Inzwischen existiert eine Vielzahl von Mausmodellen für die europäische und weltweite Forschung. Auch wurden für die Forschung Krankheitsmodelle entwickelt, phänotypisiert und archiviert. Im Krankheitsmodell wird eine Krankheit künstlich im Versuchstier ausgelöst. Dabei beobachten die Forschenden, dass der Krankheitsprozess im Organismus der Maus in der Regel gleich verläuft, als wenn die Krankheit von selbst ausgebrochen wäre. Deshalb sind auch Rückschlüsse auf die Situation beim Menschen möglich. Doch natürlich bleiben Unterschiede. Aus diesem Grund muss jedes Medikament, jede neue Therapie und jede neue Behandlungsmethode an mindestens zwei Tierarten – Nagetieren und Nicht-Nagern – getestet werden, bevor die klinische Phase zur Prüfung an freiwilligen menschlichen Probanden folgt.