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Gemeinsam gegen Covid-19

7. Exkurs: Volksinitiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt»

«Die Initiative kommt einem faktischen Forschungsverbot gleich.»

Was will die Initiative?

Die Initiative fordert ein bedingungsloses Verbot von Tier- versuchen und Forschung am Menschen. Weiter fordert sie ein komplettes Handels- und Importverbot sämtlicher Produkte, die ganz oder teilweise unter Anwendung von Tierversuchen sowie durch Studien mit Patientinnen und Patienten entwickelt wurden.

Was würde ein Ja zur Initiative für die forschende Pharmaindustrie bedeuten?

Die Initiative kommt einem faktischen Forschungsverbot gleich. Grundlagenforschung, klinische Studien und Medikamentenforschung für Mensch und Tier wären nicht mehr möglich. Die biomedizinische Forschung von Universitäten, Spitälern und Pharmaindustrie würde ins Ausland verlagert und die Schweiz würde ihren wichtigsten Rohstoff verlieren, nämlich Forschung und Innovation. Die Folge wäre der Verlust des führenden Forschungs- und Entwicklungsstandorts Schweiz – branchenübergreifend und auf Jahre hinaus.

Welche Folgen hätte die Annahme der Initiative für Patientinnen und Patienten?

Die Medikamentenversorgung in der Schweiz könnte aufgrund des Handelsverbots von Produkten, die mittels Forschung an Mensch und Tier entwickelt wurden, nicht mehr sicher- gestellt werden. Die Patientinnen und Patienten wären vom Zugang zu innovativen, möglicherweise lebensrettenden Thera- pien abgeschnitten, da diese nicht mehr zugelassen und auf den Markt gebracht werden dürften. Das Handelsverbot würde aber auch die Ein- und Ausfuhr von Produkten aus anderen Branchen verbieten, beispielsweise in der Lebensmittelindustrie oder der Landwirtschaft. Ein solches Handelsverbot ist unvereinbar mit internationalen Verpflichtungen und Verträgen, etwa mit der Europäischen Union.

Welche Konsequenzen hätte ein Ja konkret im Kampf gegen Covid-19?

Die Entwicklung eines Impfstoffs in der Schweiz würde verboten, da Wirkstoffkandidaten an Mensch und Tier getestet werden müssen. Auch der Import eines in einem anderen Land hergestellten Impfstoffs wäre nicht erlaubt. Die Schweiz hätte demnach als einziges Land der Welt keinen Zugang zu einem Impfstoff gegen SARS-CoV-2.

Welche Position vertritt Interpharma?

Interpharma unterstützt den Bundesrat in seiner Botschaft, die Initiative ohne direkten oder indirekten Gegenvorschlag abzulehnen. Die Mitglieder teilen grundsätzlich das Anliegen der Initiantinnen und Initianten, Tierleid zu vermeiden und den Menschen in der Forschung zu schützen. Die Initiative geht aber klar zu weit. Mensch und Tier sind bereits heute durch die Verfassung geschützt und die Schweiz hat eines der strengsten Tierschutzgesetze der Welt. Es besteht kein gesetzlicher Anpassungsbedarf.