Tierversuchsverbot in den Niederlanden
5. Die 3R-Strategie weist den Weg
Die Forderung nach einem Verbot von Tierversuchen ist nicht neu. Selbst in der Hochphase der ersten Corona-Pandemiewelle wurden im März und April 2020 Petitionen für ein vollständiges Verbot von Tierversuchen bei der Europäischen Kommission eingereicht. Ihren Vorstoss begründeten die Initianten unter anderem damit, dass die Niederlande bereits einen Zeitplan für die Abschaffung von Tierversuchen hätten. Doch was die Forschergemeinschaft bereits bei der Formulierung des Ausstiegsplans ahnte, wurde später politisch bestätigt: Es gibt in den Niederlanden heute keinen konkreten Plan mehr für einen Verzicht auf Tierversuche. Wie unter anderem die SARS-CoV-2-Pandemie zeigt, sind Tierversuche für die Erforschung von lebensrettenden Therapien oder Impfstoffen essenziell. Auch bei regulatorischen Sicherheitsprüfungen kann auf Tierversuche einzig verzichtet werden, wenn validierte, international anerkannte Alternativen vorhanden sind. Einen verbindlichen Plan des Ausstiegs aus Tierversuchen kann es auf absehbare Zeit nicht geben, was an den fehlenden Alternativen liegt – nicht am fehlenden Willen der Forschergemeinschaft. Abschliessend ist festzuhalten, dass die konsequente Förderung und Umsetzung der 3R-Prinzipien – Reduce, Replace, Refine – der zielführende Weg ist, um die Forschungsqualität und das Tierwohl zu erhöhen.